Artikel vom: 22.08.2005
Regenfluten und sehr viel Spaß auf dem Schlosshof zum Wirtefest
Von Wolfgang Weitzdörfer
Es gibt so etwas wie Gerechtigkeit. Nachdem sich, aufgrund von Problemen beim Soundcheck, der angekündigte Beginn des "Rubber Soul"-Konzertes auf dem diesjährigen Wirtefest auf dem Schlossplatz, um einiges zu verschieben drohte, platzten dann auch noch gegen halb acht Uhr die dunklen, dräuenden Wolken genau über Hückeswagen, und ein überaus heftiger Regenguss nebst Gewitter entlud sich in all seiner unherrlichen Pracht.
Doch Petrus, der mittlerweile ja schon die Hälfte der Beatles um sich weiß, hatte dann doch ein Einsehen, so dass die Wermelskirchener Band gegen acht Uhr mit "Back In The USSR" vom White Album der "Fab Four" loslegen konnte. Und die Qualität des Gebotenen musste die himmlischen Zuhörer wohl so sehr überzeugt haben, dass der Rest des Abends tatsächlich trocken blieb. "Rubber Soul", bestehend aus Torsten Löhnert (Leadgitarre/Gesang), Heribert Scherkenbach (Gitarre/Gesang), Diethard Fuchs (Bass/Gesang) und Bernd Alsdorf (Drums/Gesang), präsentierten in gut zwei Stunden, respektive knapp 40 Songs, ein als genial zu bezeichnendes Best-Of-Programm der wohl besten Band aller Zeiten. Dabei legte man sich die Wermelskirchener nur auf die Klassiker fest, sondern bot auch Abseitiges oder Seltenes wie zum Beispiel "Octopus` Garden", "Spoil The Party" oder "Eight Days A Week". Dies kam auch gut an, richtig begeistern konnte man die anwesenden etwa 300 Beat-Freunde aber hauptsächlich mit Gassenhauern wie "Help", "Day Tripper", "Twist And Shout", "Hard Days Night", "I Want To Hold Your Hand". Der Applaus war entsprechend der Leistung der Band mehr als wohlwollend. Die Zugaben: "Get Back", "Come Together", "Magical Mystery Tour" und als Rausschmeißer das unverwüstliche "Don`t Let Me Down".
Nach dem Konzert meinte der mit seinen Dreadlocks nicht wirklich beatkonforme Gitarrist Torsten Löhnert: "Zwei Stunden Beatles sind auch genug, mehr wäre wohl zuviel." Zumindest der Chronist erhebt diesbezüglich Einspruch, schließlich ist es in einer Zeit, in der gesichtslose und willkürlich austauschbare Konservenmusik den Ton angibt, eine Wohltat für die geschundene musikalische Seele, wunderschöne Melodien und noch wirkliche, intelligente, eingängige und anspruchsvolle Musik zu hören. Die Party auf dem Schlosshof konnte noch einige Zeit weitergehen - übrigens zu Konservenmusik, die zu der besseren ihrer "Zunft" zählte. Das Positivste zum zweiten Tag des Wirtefestes: Das Wetter war an diesem Samstagabend im Vergleich zum Vorabend sehr viel besser. Es war ein zwar frischer, aber trockener und sternenklarer Abend, so dass der zweite Tag des Hückeswagener Wirtefestes sehr gut besucht war. Der Schlossplatz war dicht gefüllt, Getränke flossen in Strömen und auch die kulinarischen Leckereien wurden gerne und zahlreich konsumiert. Das war es aber auch schon fast mit den positiven Eindrücken. Für die musikalische Untermalung des Abends wurde die Wermelskirchener Coverband CCP engagiert. .......